Sonntag, 23. Juli 2017

Rezension: "Guten Tag, Tod mein Name. Der Tod." von Kerstin Jordan

Neulich schickte mir eine Freundin witzige Ausschnitte aus einem Buch, das sie gerade las und ich wusste, dass ich es auch lesen wollte. Also gab sie mir, nachdem sie es ausgelesen hatte, das Büchlein mit dem vielsagenden Titel "Guten Tag, Tod mein Name. Der Tod" von Kerstin Jordan. Und das möchte ich heute gerne vorstellen!

"Niemand, aber auch wirklich niemand nimmt mich noch ernst. Ich sollte meinen beigen Anzug wieder gegen die dunkle Kapuzenkutte tauschen und mir eine neue Sense besorgen. Damals hatten die Menschen noch Respekt."



Story


Wie der Titel bereits erahnen lässt, geht es in diesem Buch um den Tod. In 30 Episoden erzählt die Autorin, wie der Tod ins Leben tritt und sich die Menschen holt. Dabei ist der Tod jedoch kein dunkler Typ, sondern ein etwas unbeholfener, aber recht liebenswürdiger Kerl, der auch noch das eine oder andere von den Lebenden lernt. So steigt er bei einem Fahrlehrer ins Auto oder liefert sich einen kleinen Wettkampf mit einem übergewichtigen Jogger. Und dann wäre da noch Horst Schumann, der auf den Job von Herrn Tod scharf ist ...

Charaktere


Kerstin Jordan stellt den Tod in ihren Geschichten als einen Mann dar, der seine Kutte und die Sense gegen einen beigen Anzug getauscht hat. Kein Wunder, dass die Menschen erstmal skeptisch sind und der Tod in so manche absurde Situation gerät. Die Situationskomik macht den Tod gleich noch sympathischer. Sonstige wiederkehrende oder mehrmals erwähnte Charaktere sind Luzifer und Horst Schumann, der dem Tod im ersten Kapitel zum Opfer fällt. Auch diese beiden sorgen für witzige Momente und so folgt man dem Tod gerne von einer Geschichte zur nächsten.

Schreibstil


Dank des gekonnten Wortwitzes der Autorin und ihrer sympathischen Charakterbeschreibungen wird es definitiv nie langweilig. Ihr Schreibstil ließ sich schnell und flüssig lesen. Trotz der recht kurzen Episoden hatte ich aber nicht das Gefühl, dass die Dinge zu schnell abgehandelt wurden, im Gegenteil waren sie von der Länge so gut dosiert, dass ich immer noch eine und noch eine las, da es eben so flott ging. Auf jeden Fall kein schlechtes Zeichen für ein Buch.

Fazit


Wie bereits erwähnt, ist das Buch in 30 mehr oder weniger zusammenhängende Kurzgeschichten aufgeteilt, in denen der Tod immer wieder in die Leben unterschiedlicher Menschen tritt. Einen roten Faden gibt es nur durch die Erwähnungen von Horst sowie durch zuvor Erlebtes wie etwa, als der Tod die Augenbrauen gezupft bekommt und sich noch später an die "Höllenqualen" erinnert. Dadurch fehlt ein gewisser Tiefgang oder eine emotionale Reise des Todes. Natürlich wird zwischendurch auch mal erwähnt, bei welchen Personen er seinen Job hasst oder sogar gerne macht, insgesamt hätte ich mir storymäßig aber noch etwas Runderes gewünscht. So bleibt "Guten Tag, Tod mein Name. Der Tod." aber eine Sammlung von Kurzgeschichten, die man gut nebenher lesen kann. Das letzte Kapitel war zwar ganz witzig gemeint, hat mich aber dann zum Abschluss nicht so ganz überzeugt, da waren einige andere Geschichten zuvor stärker. Ich werde jetzt aber natürlich nicht genauer auf das Ende eingehen, da müsst ihr schon selbst das Buch lesen. Empfehlenswert ist es für zwischendurch auf jeden Fall und macht auch gute Laune. Deshalb bekommt das Buch von mir auch vier Leseratten.

Sicher auch was für Fans von Terry Pratchett – da fällt mir ein, von dem wollte ich noch "Gevatter Tod" lesen ...

Bis dahin


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