Donnerstag, 1. Juni 2017

Autoren aufgepasst: der Deutsche Selfpublishing-Preis ist da!

Ruhm, Ehre und ein saftiges Preisgeld – das winkt beim Deutschen Selfpublishing-Preis, der am 30. Mai 2017 gestartet ist. Ab sofort können sich Selfpublisher mit ihrem Buch bewerben, vom High-Fantasy-Roman bis hin zum Ratgeber ist alles erlaubt, was gefällt.



Der Preis: Das erwartet die Gewinner


Ja, ihr habt richtig gelesen: DIE Gewinner. Die Jury, die aus sieben unterschiedlichen Vertretern der Buchbranche besteht, wählt zunächst zehn Titel für die Shortlist aus. Praktisch hat man dann schon gewonnen, denn die Shortlistkandidaten erhalten ein Marketingpaket im Wert von insgesamt über 80.000 Euro! Dazu zählen Leistungen wie Medienkampagnen, Leserunden und noch so einiges mehr. Aus diesen zehn Kandidaten bestimmt die Jury einen Gewinner, der zusätzlich ein Preisgeld von 10.000 Euro abräumt. Darüber hinaus wird an einen weiteren Kandidaten ein Publikumspreis verliehen.
Am 11. Oktober soll der Deutsche Selfpublishing-Preis im Rahmen der Frankfurter Buchmesse 2017 erstmalig verliehen werden. 

Das klingt doch mehr als fair, oder? Ich finde es sehr gerecht, dass sowohl die Jury als auch das Publikum je einen Gewinner bestimmen darf. So wird sichergestellt, dass nicht zwingend die Person mit der größten Fanbase gewinnt, schließlich hat nicht jeder schon eine riesige Reichweite im Netz und zahlreiche Connections. Wobei das natürlich nicht das Können ausschließt – das haben sicher alle Shortlistkandidaten. Aber ihr versteht schon, was ich damit sagen will. Interessant bleibt natürlich, wie die Jury sich einigen wird, wenn wahrscheinlich zahlreiche und sicher auch gute Bücher eingereicht werden.

Und wie kann ich teilnehmen?


Voraussetzung ist, dass das Buch (jedes Genre ist möglich) bereits im Selfpublishing veröffentlicht wurde. Bücher, die seit über einem Jahr auf dem Markt sind, werden von der Teilnahme ausgeschlossen. Das heißt, alle, die nach dem 30. Mai 2016 ein Buch im Selfpublishing herausgegeben haben, haben jetzt die große Chance auf die Shortlist zu gelangen. Bis zum 31. Juli 2017 können sich interessierte Selfpublisher mit ihrem Werk bewerben. Das muss aber auch noch einige weitere Anforderungen erfüllen:

  • ISBN und Eintrag im VLB (Verzeichnis lieferbarer Bücher) muss vorhanden sein
  • professionelles Cover
  • professionelles Lektorat und Korrektorat
  • professionelles Layout (Satz, Typografie)
  • muss in sich abgeschlossen sein (darf Teil einer Reihe sein, aber keine Serie)
  • keine Inhalte "ab 18" (bspw. Erotik und Gewaltverherrlichung)

Damit dürften bereits einige Veröffentlichungen im Selfpublishing ausgeschlossen sein, denn leider nimmt nicht jeder ein professionelles Lektorat für sein Buch in Anspruch. Was ich mich frage ist, ab wann ein Cover als professionell gilt. Es gibt ja zahlreiche Designer, aber nicht jeder ist so gut wie der andere und ich würde persönlich auch nicht alles davon als besonders professionell bezeichnen. Aber ich möchte mir darüber auch kein Urteil bilden, denn vieles ist natürlich auch Geschmackssache.

Immer noch interessiert? Hier findet ihr nochmal alle Infos zur Teilnahme.


Der Deutsche Selfpublishing-Preis: die große Chance?


Zu den Partnern und Sponsoren des Deutschen Selfpublishing-Preises zählen unter anderem das börsenblatt, Zeit Online, neobooks, epubli und Lovelybooks. Diese stellen demnach auch diverse Leistungen im Marketingpaket für die Shortlistkandidaten zur Verfügung. Genaueres dazu erfahrt ihr hier. Das bedeutet natürlich schon einmal ordentlich Werbung, auch für diejenigen, die nicht den 1. Platz geholt haben. Pluspunkt gegenüber dem kindle Storyteller Award: Die Gewinner sind nicht nur auf Amazon beschränkt, sondern erhalten die Möglichkeit, sich im Buchhandel durchzusetzen. Wenn das klappt, würde es auch dem Selfpublishing im Allgemeinen zugutekommen, schließlich ist hier im Buchhandel definitiv noch Luft nach oben. Deshalb wird auch klar davon abgesehen, als Preis einen Verlagsvertrag anzubieten, denn der Gewinner soll schließlich als Selfpublisher die Chance auf Erfolg erhalten.

Für mich macht das Ganze einen vielversprechenden Eindruck. Wie das aber später in der Umsetzung aussieht, kann man vorher natürlich nie wissen. Was wird am ehesten den Geschmack der Jury treffen? Haben Sachbücher wirklich die gleiche Chance wie aktuell sehr gehypte Young-Adult-Romane? Die Bewerber werden sicher in sehr unterschiedliche Kerben schlagen. Ich für meinen Teil fände es sehr spannend, wenn auf der Shortlist abwechslungsreiche Titel stünden, also praktisch von jedem etwas.

Ihr fragt euch jetzt vielleicht, ob ich mich auch für den Deutschen Selfpublishing-Preis bewerben werde. Theoretisch sehr gerne, aber die Teilnahmefrist werde ich nicht einhalten können. Mein Roman ist zwar an sich fertig geschrieben und muss "nur" noch überarbeitet werden. Es fehlen jedoch noch ein Cover, ein professionelles Lektorat und der Satz des Buches. Zudem möchte ich ja erst einmal auch versuchen, bei einem Verlag unterzukommen. Aber wer weiß, vielleicht bin ich ja schon nächstes Jahr als Selfpublisherin dabei? Wir werden sehen.

Wird jemand von euch sein Glück versuchen?


Kommentare:

  1. Was ist denn die Mindestseitenzahl? :D Sonst nehm ich mit meiner Kurzgeschichte teil

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    1. Hmm, dazu hab ich tatsächlich keine konkrete Angabe gefunden, nur, dass die PDF-Datei maximal 500 MB groß sein darf ;) Da ja alle Arten und Genres von Büchern erlaubt sind, könnten Kurzgeschichten wahrscheinlich sogar auch gehen ... vielleicht nicht unbedingt welche, die nur 2 Seiten lang sind :D

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  2. Hallo Jessi,

    das klingt ja richtig toll. Ich finde es super, dass es so etwas für Selfpublisher geben soll. Ich selbst werde zwar nicht daran teilnehmen, aber ich finde die Idee an sich sehr gut. Die Verleihung fällt sogar auf meinen Geburtstag :D

    Ich bin schon gespannt, welche Bücher es auf die Shortlist schaffen werden. Genau wie du, hoffe ich, dass von allem etwas dabei sein wird.

    Liebste Grüße
    Myna

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